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Herausforderungen im Weingarten zu Zeiten der Klimakrise – Teil 1: Wasser

Als verantwortungsvolle Landwirtinnen stellt sich uns immer wieder die Frage, wie wir in unseren Weingärten nachhaltig und umweltschonend arbeiten können. Die Klimakrise ist in aller Munde und auch wir spüren hier am Eisenberg die Auswirkungen des Klimawandels. Weltweit wird Druck auf die Politik gemacht. Aber bis es zu wirksamen Entscheidungen kommt, wollen auch wir nicht untätig herumsitzen. In verschiedenen Bereichen zeigt sich bei uns deutlich, dass wir bei der Bewirtschaftung unserer Flächen umdenken müssen. Die Ideen sind nicht neu. Spätestens jetzt ist es aber an der Zeit, sie konsequent umzusetzen, damit wir uns auch in Zukunft an unserer Kulturlandschaft, den Weinen und unserer Arbeit erfreuen können. In den folgenden Blogartikeln werden wir auf verschiedene Herausforderungen und die dazugehörigen Lösungen eingehen.

Im Jahr 2019 hatten wir wie auch in den letzten Jahren im Südburgenland zu wenig Niederschläge. Unsere Böden speichern vor allem im Winter, wenn die Vegetation ruht, den notwendigen Regen, den die Rebe das ganze Jahr über für ihr Wachstum benötigt. Durch die Leitbahnen der Pflanze werden im Wasser Nährstoffe von den Wurzeln zu den grünen Pflanzenteilen und zu den Trauben transportiert. Bei Trockenstress kann das Wachstum der Rebe und die Ausreifung der Trauben beeinträchtigt werden. Die Qualität der Weine und die Langlebigkeit des Weinstocks leiden darunter.

Humus und Biokohle

Eine Lösung um ohne viel technischen Aufwand die Versorgung der Rebe mit Wasser zu sichern, ist die Erhöhung des Humusgehalts im Boden. Das ist sowohl durch das Einbringen von organischem Material wie Trester, Kompost oder Stroh möglich. Aber auch durch die gezielte Begrünung der Rebgassen z. B. durch eine biomassereiche Winterbegrünung.

Eine interessante Variante ist auch die mitkompostierte Pflanzenkohle. Sie hat eine große Oberfläche, an der sich Nährstoffe festhalten können und so nicht ausgewaschen werden (die Folge wäre Nitrat im Grundwasser), aber für die Rebe langfristig verfügbar sind. Außerdem reduziert sie die Abgabe von klimarelevanten Gasen wie Methan und Lachgas aus dem Boden und hat so direkten Einfluss auf das Klima. Vor allem aber erhöht die Pflanzenkohle, auch Biokohle genannt, die Wasserspeicherfähigkeit der Böden und sorgt für eine bessere Versorgung der Rebe mit Wasser. Auch in schwierigen Zeiten.

Um das Wachstum neu gepflanzter Reben sicherzustellen, ist bereits in einigen Lagen eine vorübergehende Bewässerung notwendig, vor allem aber muss der Bereich um den Rebsetzling von Beikräutern freigehalten werden, um eine Konkurrenz um Wasser zu vermeiden. Dies geschieht am besten händisch mit Hacken und viel Ausdauer.

Bei Groszer Wein

Bereits seit einigen Jahren experimentieren wir erfolgreich mit den verschiedensten Begrünungen. Dieses Jahr wird unser Augenmerk auf die organische Düngung gelegt. Die benachbarte Firma Sonnenerde arbeitet mit Biokohle und ist Anlaufpunkt für Beratung und Bezug von Komposten.
Mit etwas mehr Aufwand entstehen so nicht nur Weingärten, die widerstandsfähig sind, sondern auch eine höhere Biodiversität und ein schöneres Landschaftsbild durch blühende Beikräuter. Das wichtigste aber: Weine, die weiterhin die Typizität des Eisenbergs abbilden mit einer ausgereiften Aromatik und einer feinen Säurestruktur.

Wer mehr über die Ideen in der Landwirtschaft zum Thema Klimakrise lesen möchte, dem empfehlen wir den „Klimaplan von unten“, ein inspirierendes und motivierendes Projekt: https://klimaplanvonunten.de/de/